Jubiläum

UHJ_8024 (Foto: Ursula Hersperger)

Himmel geschlossen
Am Festtag der hl. Dreifaltigkeit Gottes, am 12. Juni 2022, kam der Diözesanbischof Joseph M. Bonnemain, um mit den Gläubigen des Seelsorgeraumes Zollikon-Zollikerberg-Zumikon die Jubilä-umsfeier «25 Jahre Neubau Katholische Kirche Dreifaltigkeit Zollikon» zu begehen. In seiner Predigt verwies der Bischof die Gläubigen auf Gottes Dreifaltigkeit, Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, und dass dieser Gott bei den Menschen sein wolle. Im Himmel, so stelle er sich das vor, hinge ein Plakat am Eingang mit der Aufschrift «Himmel geschlossen. Wir sind umgezogen, wir sind zu den Menschen gegangen». Die Richtung Gottes sei immer wieder, von sich aus in die Welt, von sich aus zu den Menschen hin. Dieser Gott ermutige uns, stets zu anderen zu gehen, den anderen nicht alleine zu lassen, nicht im Stich zu lassen. Der Bischof predigte mit Herz, Hand und Verstand, was niemanden unberührt liess. Was der Bischof predigte, liess er die Gläubigen spüren: Er ging auf sie zu, hörte ihnen zu, liess sich auf Begegnungen ein.
Gross und Klein, Jung und Alt – mehr als 300 Personen - kamen zusammen, um mit dem Bischof den Festgottesdienst zu feiern. Der Kirchenchor sang vom britischen Komponisten Christopher Trambling die Missa Festiva. Der Coro Italiano begleitete die Gabenbereitung. Fürbitten lasen unter Anderem eines der ältesten Mitglieder der Gemeinde, Anni Mühlemann, sowie die Primarschülerin Joline Gerull. Urs Häfliger, Präsident der Kirchenpflege, bedankte sich bei allen, welche zum Gelingen des Gottesdienstes beigetragen hatten. Kinder brachten einen Leiterwagen mit einem Korb voller lokaler Produkte zum Verzehr. Sara Frank, Mitglied der Kirchenpflege, überreichte dem Bischof mit seinen spanischen Wurzeln eine grosse Flasche Jubiläumswein aus dem Rioja Weinbau Gebiet. Nach dem bischöflichen Segen ging’s auf der Piazza weiter.
Gwundrige Kinder zog es magisch nach draussen, sie staunten über das historische Karrusell, welches nach der Messe bis zum Ende der Feier fast ununterbrochen lief. Die Kinder konnten zahlreiche Spiele spielen, die Süssigkeiten-Schleuder betätigen und wenn sich ein knurrender Magen meldete, gab’s für sie feine Pasta mit verschiedenen Saucen und Glacé zu essen. Den Erwachsenen wurde zunächst auf der Piazza ein Aperitf serviert, während der Bischof allen Gläubigen persönlich für eine Begegnung zur Verfügung stand. Musikalisch eröffnete die Harmonie Zollikon den zweiten Teil der Feier und der Männerchor Zumikon sang unter dem Zeltdach, bevor man sich im Saal, im Foyer und unter dem Zeltdach einen Sitzplatz sicherte. 250 Erwachsene und 50 Kinder waren zum Essen angemeldet und gekommen. Die Stimmung war gelöst und fröhlich. Nach dem Salat spielte die Harmonie Zollikon zum zweiten Mal und eröffnete das Intermezzo mit drei kurzen Ansprachen.
Salvino Taparelli, Vizepräsident der Kirchenpflege, sprach vom ersten Tempel in Jerusalem und vom ersten katholischen Gotteshaus in Zollikon nach der Reformation. Die Katholiken hatten den Bischof vor knapp 100 Jahren gebeten, in Zollikon wieder eine katholische Kirche bauen zu dürfen und Religionsunterricht einzuführen, um nicht mehr nach Küsnacht oder nach St. Anton gehen zu müssen. Eine erste Kapelle wurde 1931 eingeweiht und diese vor 25 Jahren durch die neue Kirche ersetzt. Taparelli dankte jenen Männern und Frauen, welche damals in der Baukommission tätig waren und noch leben: Anni Mühlemann, Felix Küderli und Eros Minola (leider verhindert).
Hanni Rüegg, die Präsidentin der Reformierten Kirchgemeinde Zollikon, nahm den Faden auf und grüsste die Festgemeinde. Die Reformierte Kirchgemeinde Zollikon spendete vor 25 Jahren der Katholischen Schwesternkirche die zweitgrösste Glocke. Kirchenglocken erinnerten sie an die Präsenz der Kirchen in der Gesellschaft. Sie schätzt das Läuten: «Wenn die Glocken klingen, dann passiert etwas. (…) Für mich ein Stück Heimat, das ich jeweils vermisse, wenn ich keine Glocken hören kann.» Rüegg schloss mit einem Gedicht von Schiller und sagte: «Gerne hoffe ich, dass wir zusammen stark genug sind, ein fröhliches, gesundes und stimmiges Leben miteinander zu leben.»
Sascha Ullmann, der Gemeindepräsident von Zollikon, ergriff als dritter Redner das Wort. Vor 25 Jahren spendete die politische Gemeinde beim Neubau der Dreifaltigkeitskirche die grösste Glocke, die es-Glocke. Ullmann ging auf das Geläut ein, sang selbst die Tonfolge und freute sich, dass das Geläut der katholischen Kirche mit dem Geläut der reformierten Kirche abgestimmt worden sei. Es gebe keine Misstöne zwischen den beiden Kirchtürmen, so der Gemeindepräsident. Auch die Zusammenarbeit der beiden Kirchen gestalte sich aktiv und harmonisch, zum Wohl aller Bürgerinnen und Bürger. «Beide Kirchen leisten einen wichtigen Beitrag zum Wohlergehen in unserer Gemeinde. Dafür will ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken.»
Das Team der Metzgerei Weber aus Wetzikon servierte das feine Menu mit Takt, Freundlichkeit und Effizienz. Vor dem Dessert sang der Männerchor ein zweites Mal, was so viel Anklang fand, dass noch eine Zugabe verlangt wurde. Das Fest klang am späten Nachmittag aus und die zahlreichen Gäste kehrten zufrieden und gut gesättigt nach Hause zurück.

P. Pascal Marquard
Bereitgestellt: 13.06.2022     Besuche: 45 Monat   
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